Verantwortung
Verantwortung

Wann gab es die ersten Tierversuche?

infoTierversuche gibt es bereits seit Jahrtausenden. Doch ihre Ausrichtung hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Früher ging es dabei vorrangig um das Verständnis grundlegender Zusammenhänge des Organismus. Heute liegt der Schwerpunkt darauf, Wirkstoffe und Substanzen auf ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu prüfen.

Bereits im ersten medizinischen Handbuch des Abendlandes, dem Corpus Hippocratum, abgefasst zwischen dem fünften und dritten Jahrhundert vor Christus, finden sich Schilderungen von Tierversuchen. Auch Galenus, nach Hippokrates der zweite bedeutende Arzt der Antike, experimentierte am Tier, um sein Wissen zu erweitern.

Galenus sezierte Ziegen, Schweine und Affen. Seine dadurch gewonnenen Erkenntnisse waren für die damalige Zeit revolutionär. Er wies beispielsweise nach, dass in den Arterien nicht Luft, sondern Blut zirkulierte. Galenus‘ Schaffen war die Grundlage für den Galenismus, ein umfassendes System der Medizin, das mehr als 1500 Jahre die Heilkunde des Abendlandes bestimmte.
Tierversuche früher
Um den Blutkreislauf nachvollziehen zu können, waren damals schon Tierversuche erforderlich.
Blutkreislauf und Nerven
Mit dem Beginn der Neuzeit bekam auch die experimentelle Medizin einen neuen Schub. So kam der Brüsseler Arzt Andreas Vesal im 16. Jahrhundert durch das Studium menschlicher und tierischer Leichen zu neuen anatomischen Erkenntnissen. Im 17. Jahrhundert entdeckte der englische Arzt William Harvey den großen Blutkreislauf – unter anderem durch Tierversuche. Und Mitte des 18. Jahrhunderts war es der Schweizer Naturforscher Albrecht von Haller, der die Funktionsweise der Nerven enthüllte – auf der Grundlage von Versuchen, die er an 17 Tierarten vorgenommen hatte.

Ethische Dimension erkannt

Von entscheidender Bedeutung für die medizinische Einschätzung der Tierversuche waren auch die Erkenntnisse von Charles Darwin, der mit seiner Evolutionstheorie die Verwandtschaft von Mensch und Tier aufzeigte.

Im 19. Jahrhundert schuf die Medizin schließlich auch die Möglichkeit, Tiere vor schmerzhaften Eingriffen zu betäuben. Die Folge: Die Zahl der Tierversuche nahm stark zu – und damit rückte auch die Diskussion über die ethische Dimension der Tierversuche in den Vordergrund.

England war das erste Land, in dem – im Jahre 1867 – ein Gesetz zum Schutz von Tieren erlassen wurde. Es diente vergleichbaren Gesetzen in Bayern (1880) und Preußen (1885) als Vorbild.

Unverzichtbare Grundlage

Heute bilden Tierversuche die unverzichtbare Grundlage für die Entwicklung und Prüfung aller Arzneimittel – von Schmerzmitteln über Antibiotika, Herz-Kreislauf-Medikamenten bis hin zu Impfstoffen, um nur einige zu nennen. Die gesetzlichen Grundlagen haben sich in dieser Zeit beständig weiter entwickelt. Heute unterliegen Beantragung, Genehmigung und Durchführung von Tierversuchen einem strengen Regelwerk. Und das verfolgt genau zwei Ziele: größtmögliche Sicherheit für die Menschen und den bestmöglichen Schutz der Tiere.
top
top
top
top
top
top
top
top
top
Letzte Änderung: 23. Februar 2016

Suche
Suche
Links
linkedObjects: English ON.onpublix5.FrontEnd.OnpublixPage
linkedObjects: English ON.onpublix5.FrontEnd.OnpublixPage
linkedObjects: English ON.onpublix5.FrontEnd.OnpublixPage