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Glossar
3

3R-Grundsatz  Dieser Grundsatz wurde von dem Zoologen W.M.S. Russel und dem Mikrobiologen R.L. Burch erstmals 1959 in dem Standardwerk "The Principle of Human Experimental Technique" formuliert. Er bezieht sich auf Maßnahmen, die Anzahl von Versuchstieren zu verringern (Reduce), die Untersuchungsmethoden ständig zu verfeinern (Refine) und neue Möglichkeiten zu entwickeln, die einen Tierversuch ersetzen und damit überflüssig machen (Replace).

3T3 NRU Phototoxizitätstest  Eine unter Beteiligung von Bayer entwickelte Alternativmethode zum Tierversuch: Durch bestimmte Chemikalien und Arzneimittelwirkstoffe kann die Haut empfindlicher gegen Lichteinwirkung werden. Diese unerwünschte Nebenwirkung wurde bislang im Tierversuch getestet. Der 3T3 NRU Phototoxizitätstest macht solche Tierversuche überflüssig, da er in vitro stattfindet: Hautzellen werden in einer Nährschale mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Die OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) akzeptierte diesen Test im Jahr 2003 in ihrer Testvorschrift OECD 432, 3T3 NRU Test.

A

Alternativmethoden  Im Zusammenhang mit Tierversuchen meint der Begriff Untersuchungs- und Testverfahren, die den Einsatz von Tieren reduzieren oder überflüssig machen. Beispiel: Untersuchungen an Zellen oder Gewebeteilen. Der Begriff wird meist gleichbedeutend mit "Ersatz- und Ergänzungsmethoden" gebraucht.

Analgetika  Arzneimittel, die schmerzlindernd oder schmerzstillend wirken.

Arzneimittelgesetz  Gesetz, das den Umgang mit Arzneimitteln regelt. Es stellt Kriterien für die Qualität und Wirksamkeit, die Prüfung, Zulassung und Verschreibung von Medikamenten auf. Außerdem enthält es Vorschriften zum Schutz von Versuchspersonen, die sich einer klinischen Arzneimittelprüfung unterziehen.

C

Chemikaliengesetz  Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen. Es regelt den Umgang mit chemischen Substanzen oder Produkten und hat das Ziel, Sicherheit für Verbraucher und Umwelt zu schaffen.

Computersimulation  Die Nachahmung eines Prozesses mit Hilfe eines Computers. Mit Hilfe von Computersimulationen können mittlerweile einfache physiologische Vorgänge nachgestellt werden.

E

Environmental Enrichment  engl.: "Bereicherung der Umgebung". Der Begriff bezieht sich hier auf die Versuchstierkunde: Die Tiere erhalten Material, mit dem sie sich beschäftigen können, z.B. erhöhte Ebenen, Klettermöglichkeiten, Spielzeug.

G

Genehmigungsverfahren  hier: Verfahren zur Genehmigung von Tierversuchen, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Sie müssen vorab von der zuständigen Behörde (Landesämter) genehmigt werden.

Gewebekulturen  In-vitro Züchtung von Gewebsfragmenten bzw. vermehrungsfähigen Einzelzellen in Nährlösungen, häufig im Zusammenhang mit Ersatz- und Ergänzungsmethoden eingesetzt.

Grundlagenforschung  Bereich der Forschung, der sich mit den grundlegenden Zusammenhängen der Abläufe im Körper oder mit den Ursachen von Krankheiten befasst. Grundlagenforschung dient damit indirekt der Entwicklung neuer Wirkstoffe und Therapien.

H

High Throughput Screening  Automatisierter Test, der Substanzen in vitro auf ihre Wirkung in biologischen Systemen (Zellen, veränderte Zellen, Enzyme) prüft. Die Tests erfolgen mit Hilfe computer- bzw. robotergesteuerter Verfahren. So können mehr als 200.000 Substanzen pro Tag geprüft werden.

I

in vitro  Im Reagenzglas, außerhalb des Körpers.

Institut für "Animal Management"  Institut bei Bayer, das sich um alle Belange im Zusammenhang mit Versuchstieren und tierexperimentellem Arbeiten kümmert.

K

Klinische Studien  Phasen im Entwicklungsprozess eines Medikaments, in denen die Wirkung eines Arzneimittels am Menschen geprüft wird:
Phase I: Prüfung an gesunden Freiwilligen, so genannten Probanden.
Phase II: Prüfung an kranken Personen mit dem Ziel, die Wirksamkeit des Arzneimittels nachzuweisen und die optimale Dosis zu finden.
Phase III: Prüfung an einer großen Zahl von kranken Personen mit dem Ziel, die Sicherheit und Wirksamkeit zu prüfen und Nebenwirkungen abzuklären.
Phase IV: Weitere Beobachtung der Anwendung eines Medikamentes nach dessen Zulassung

M

Medizinproduktegesetz  Zweck dieses Gesetzes ist es, den Verkehr mit Medizinprodukten zu regeln und dadurch für die Sicherheit, Eignung und Leistung der Medizinprodukte sowie die Gesundheit und den erforderlichen Schutz der Patienten, Anwender und Dritter zu sorgen.

P

pathologisch  krankhaft

Pflanzenschutzgesetz  Zweck dieses Gesetzes ist es, Pflanzen, insbesondere Kulturpflanzen, vor Schadorganismen und nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen, Pflanzenerzeugnisse vor Schadorganismen zu schützen, Gefahren abzuwenden, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder durch andere Maßnahmen des Pflanzenschutzes, insbesondere für die Gesundheit von Mensch und Tier und für den Naturhaushalt, entstehen können, sowie Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft im Bereich des Pflanzenschutzrechts durchzuführen.

Pharmakologie  Wissenschaft und Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Organismus und Arzneimitteln.

Pharmazeutische Forschung  Naturwissenschaftliche Forschung, die Arzneimittel betrifft.

Präklinisch  (lat. prä = vor) Den klinischen Studien an Menschen vorausgehend. Als Präklinik werden alle Studien und Untersuchungen in der Arzneimittelforschung bezeichnet, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden.

R

Risiko-Nutzen-Abwägung  Eine Prüfung, der jedes neue Medikament vor seiner Erstanwendung am Menschen unterzogen wird. Dabei werden der Nutzen und die Bedeutung des Arzneimittels für den Patienten gegen die möglichen Nebenwirkungen und Risiken abgewogen.

S

Social Enrichment  engl.: "soziale Bereicherung", hier in Bezug zur Versuchstierkunde benutzt: Maßnahmen, die ergriffen werden, um einem Labortier das Leben so artgerecht wie möglich zu gestalten. Dazu gehören zum Beispiel die Haltung in Gruppen oder Rückzugsmöglichkeiten im Käfig.

T

Tierschutz  Alle Maßnahmen und gesetzlichen Vorschriften, die das Wohl der Tiere zum Ziel haben. In Deutschland ist der Tierschutz seit August 2002 als Staatsziel formuliert: "Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung."

Tierschutzbeauftragter  Er wird vom Tierschutzgesetz für alle Institutionen gefordert, die Versuche mit Wirbeltieren durchführen. Ein Tierschutzbeauftragter muss Humanmediziner, Tierarzt oder Zoologe sein und mehrjährige Erfahrung im Tierschutz und mit Versuchstieren in einem tierexperimentell arbeitenden Unternehmen gesammelt haben. Er ist eine interne Kontrollinstanz und setzt die Forderungen des Tierschutzgesetzes vor Ort durch. Bei Bayer ist der Leiter des Instituts "Animal Management" gleichzeitig auch Tierschutzbeauftragter des Konzerns.

Tierschutzgesetz  Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Tierversuch  Definition laut Tierschutzgesetz (TSchG § 7 Abs. 1): "Tierversuche im Sinne dieses Gesetzes sind Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken 1. an Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für diese Tiere oder 2. am Erbgut von Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für die erbgutveränderten Tiere oder deren Trägertiere verbunden sein können."

Toxikologie  Lehre von den Giften und den Vergiftungen des Organismus. Siehe auch Toxizität.

Toxizität  Von der Dosis abhängige, giftige Eigenschaft und Wirkung einer chemischen Substanz. Die Toxizität wird in so genannten Toxizitätstest bestimmt und bezogen auf das Körpergewicht errechnet.

Transgene Tiere  Tiere, in deren Erbmaterial ein artfremdes (zum Beispiel ein menschliches) Gen eingeschleust wurde. Sie werden unter anderem in Forschungsvorhaben eingesetzt, bei denen sich eine Krankheit ursächlich auf ein oder einige wenige Gene zurückführen lässt.

V

Verbraucherschutz  Gesetze und Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher, die vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft koordiniert werden. Hauptziele sind vorsorgender Verbraucherschutz, Qualitätssicherung sowie umwelt- und tiergerechte Erzeugung.

Versuchstiermeldeverordnung  Verordnung über die Meldung von Wirbeltieren, die in Tierversuchen eingesetzt worden sind. Die erhobenen Daten gehen in den alle zwei Jahre erscheinenden Tierschutzbericht des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) ein.

Verträglichkeitsprüfung  Begriff, der unter anderem in der klinischen Pharmakologie verwendet wird: Eine neue Substanz oder ein neues Medikament wird auf seine Verträglichkeit hin überprüft.

vorklinisch/präklinisch  (lat. prä = vor) den klinischen Studien vorausgehend. Als Präklinik werden alle Studien und Untersuchungen in der Arzneimittelforschung bezeichnet, die vor Beginn der klinischen Studien durchgeführt werden.

Z

Zellkulturen  (lat. cultura = Züchtung) Zellen, die in Nährmedien gezüchtet wurden. Siehe auch Gewebekulturen.

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Letzte Änderung: 23. Februar 2016

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