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Kogenate: Tierversuche bewiesen Wirksamkeit und Sicherheit

Trampolinspringen-kein Problem für den vierjährigen Julian. Auf 70 Prozent steigt die Gerinnungsleistung in seinem Blut, wenn er Kogenate Bayer injiziert bekommt. Genug, um zu toben und im Garten herumzuklettern. Doch weil der Gerinnungsfaktor im Blut mit der Zeit abgebaut wird, muss Julian immer auch vorsichtig bleiben.\"Julian,langsam.\" Diesen Appell seiner Eltern kennt er auswendig.
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Trampolinspringen-kein Problem für den vierjährigen Julian. Auf 70 Prozent steigt die Gerinnungsleistung in seinem Blut, wenn er Kogenate Bayer injiziert bekommt. Genug, um zu toben und im Garten herumzuklettern. Doch weil der Gerinnungsfaktor im Blut mit der Zeit abgebaut wird, muss Julian immer auch vorsichtig bleiben."Julian,langsam." Diesen Appell seiner Eltern kennt er auswendig.
Eine kleine Schnitt- oder Schürfwunde bereitet Menschen in der Regel nur wenig Sorgen. Das austretende Blut gerinnt, die betroffene Hautpartie verschorft – und die Blutung ist gestoppt. Doch es gibt eine Gruppe von Menschen, für die schon die kleinste Verletzung eine lebensbedrohliche Gefahr darstellt: Bluter.

Einer von 10.000 Männern ist von der Bluterkrankheit (medizinisch: Hämophilie) betroffen. Bei ihnen kann das Blut nicht gerinnen, weil dieser Prozess an einer entscheidenden Stelle unterbrochen ist: So sind die meisten Bluter aufgrund eines angeborenen genetischen Defekts nicht in der Lage, ein Eiweiß mit dem Namen Faktor VIII zu produzieren – und damit ist die Signalkette, die normalerweise dazu führt, dass im Wundbereich die Blutplättchen verklumpen, unterbrochen.

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten hatten Bluter nur eine sehr geringe Lebenserwartung. Das änderte sich erst, als Mitte der 60er-Jahre der fehlende Stoff aus menschlichem Blutplasma isoliert und den Betroffenen verabreicht werden konnte. Doch das Verfahren zur Gewinnung des Faktor-VIII-Proteins war extrem aufwändig. Zudem bestand trotz bestmöglicher Vorsorge ein Restrisiko, dass Viren in den Blutspenden unerkannt blieben und mit dem Eiweiß weiter verbreitet wurden.

Spezielle Zuchtlinie für die Versuche

Erst mit Hilfe der Biotechnologie fand sich ein Ausweg: Ende der 80er-Jahre gelang es, den Faktor VIII gentechnisch zu produzieren. Doch vor den klinischen Versuchen stellten sich den Forschern zwei entscheidende Fragen: Wie wirkt das Produkt im Organismus? Und wie sicher ist es? infoTierversuche lieferten die Antworten.

Zum Nachweis der Wirksamkeit wurde auf eine spezielle Zuchtlinie von Hunden, die an Hämophilie leiden, zurückgegriffen. Zunächst wurden zwei Hunden oberflächliche, kleine Schnittwunden zugefügt. Die Blutung wäre bei gesunden Hunden nach etwa zwei bis drei Minuten zum Stillstand gekommen. Die beiden bluterkranken Test-Hunde erhielten das Faktor-VIII-Protein – einer das gentechnisch erzeugte, der andere das aus Blutplasma gewonnene. Das Ergebnis: In beiden Fällen war die Blutung innerhalb des normalen Zeitrahmens gestoppt. Drei Tage später wurde der Versuch noch einmal wiederholt, allerdings erhielten die Hunde nun das jeweils andere Protein. Die Resultate bestätigten sich.

Kommt es zu Immunreaktionen?

Da an Hämophilie erkrankte Menschen die Faktor-VIII-Präparate ihr Leben lang zu sich nehmen müssen, beschäftigte sich eine andere Studie mit einem Sicherheitsaspekt des neuen Produkts: Treten Immunreaktionen auf? Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei auf die Frage, ob Unterschiede zwischen dem aus Plasma gewonnenen und dem gentechnisch erzeugten Faktor VIII nachzuweisen sind.

Für diese Studien gibt es ein bewährtes und in der Wissenschaft standardisiertes Verfahren. Dabei wird Kaninchen zunächst die zu testende Substanz injiziert. Anschließend wird eine Blutprobe entnommen und untersucht. Im Fall von Faktor VIII zeigte sich, dass die Reaktion bei beiden Substanzen sehr ähnlich war. Damit war die Unbedenklichkeit der neuen Substanz im infoTierversuch erwiesen.

Heute helfen gentechnisch produzierte Bluter-Medikamente zehntausenden Menschen in aller Welt. Mittel wie zum Beispiel Kogenate von Bayer haben neue Maßstäbe in der Sicherheit der Therapie gesetzt und dazu geführt, dass Hämophilie-Patienten bei der Behandlung keine viralen Infektionen befürchten müssen.
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Letzte Änderung: 23. Februar 2016

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