Forschung
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Die lange Suche nach neuen Medikamenten

Methoden
Ersatz von Tierversuchen durch aussagekräftige, durchsatzstarke Zelltests
Heutzutage beginnt die Entwicklung eines neuen Medikaments mit dem Einsatz von Robotern. In einem weitgehend automatisierten Verfahren werden bei Bayer HealthCare Pharmaceuticals Tag für Tag bis zu 200.000 Verbindungen darauf getestet, ob sie möglicherweise zur Behandlung einer Krankheit einsetzbar sind. Wissenschaftler sprechen vom infoHigh Throughput Screening (Hochdurchsatz-Test). Einfach gesagt ist diese Methode vergleichbar mit der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen – am Ende bleiben von hunderttausenden getesteten Substanzen nur wenige für weitere Forschungsarbeiten übrig.

Zu diesen Medikamenten-Kandidaten werden zusätzlich Daten gesammelt. Gewonnen werden sie durch Versuche mit isolierten Zell- und Gewebeproben. Am Ende dieses langwierigen Ausleseprozesses bleibt in der Regel noch eine Handvoll Substanzen übrig, die Erfolg versprechen. Nur diese Substanzen werden schließlich in Tierversuchen untersucht.

Sicherheit für den Menschen

Warum sind am Ende dieser infovorklinischen Phase infoTierversuche nötig? Nur sie geben den Wissenschaftlern, die an neuen Arzneimitteln forschen, die größtmögliche Sicherheit bei der schwierigsten Frage, mit der sie bei ihrer Arbeit konfrontiert werden: Ist die jeweilige Substanz so wirksam, verträglich und sicher, dass der nächste Schritt gemacht werden kann – die Erstanwendung am Menschen? Es geschieht keinesfalls selten, dass die Ergebnisse dieser Tierversuche zu einem Abbruch der Medikamenten-Entwicklung führen. Nach Abschluss der infovorklinischen Studien muss sorgfältig erwogen werden, ob der Nutzen eines neuen Arzneimittels für den Menschen größer ist als das Risiko möglicher unerwünschter Wirkungen (infoRisiko-Nutzen-Abwägung). Fällt diese Bewertung für den erwarteten Nutzen positiv aus, darf ein neuer Wirkstoff am Menschen getestet werden. Das heißt, die infoklinischen Studien beginnen.

Nach der Zulassung

Auch nach der Zulassung eines Medikaments werden die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit weiterhin genau kontrolliert – mit Anwendungsbeobachtungen und in Langzeitstudien. Dafür werden Patientendaten ausgewertet. Ergibt sich dabei ein Hinweis auf neue mögliche Anwendungsgebiete oder bisher nicht bekannte unerwünschte Wirkungen, können weitere Tierversuche erforderlich werden. Denn für unser Handeln gibt es nur einen Maßstab – die Sicherheit für die Menschen.
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Letzte Änderung: 23. Juni 2016

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