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Nexavar: Der Beweis der Wirksamkeit

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Nexavar® setzt sowohl bei der Tumorzelle als auch bei der Gefäßversorgung des Tumors an. Wie präklinische Studien gezeigt haben, greift die Wirkung von Nexavar bei Kinasen zweier Klassen an, von denen bekannt ist, dass sie sowohl an der Zellproliferation (Wachstum) als auch an der Angiogenese (Blutversorgung) beteiligt sind – zwei wichtigen Prozessen, die das Krebswachstum ermöglichen
Nexavar ist bereits in mehr als 40 Ländern für die Behandlung von Leberkrebs und in mehr als 70 Ländern für die Nierenkrebs-Therapie zugelassen. Die europäische Zulassung von Nexavar umfasst die Therapie des Leberzellkarzinoms sowie die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom, bei denen eine Behandlung mit Interferon-alpha oder Interleukin-2 nicht angeschlagen hat oder die für eine solche Therapie nicht in Frage kommen. 

Über das Leberellkarzinom

Das Leberzellkarzinom ist die häufigste Form von Leberkrebs und macht bei Erwachsenen etwa 90 Prozent der primären bösartigen Lebertumoren aus. Es ist weltweit der sechsthäufigste Tumor und die dritthäufigste Ursache der durch Krebs verursachten Todesfälle. Jedes Jahr werden auf der ganzen Welt mehr als 600.000 Fälle von Leberkrebs diagnostiziert. Darüber hinaus wird Nexavar von Bayer und Onyx, behördlichen Institutionen, onkologischen Arbeitsgruppen oder einzelnen Wissenschaftlern als Mono- und Kombinationstherapie bei vielen Krebsarten untersucht. Dazu zählt die Therapie des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms, des Brustkrebses und des metastasierenden Melanoms sowie, als adjuvante Therapie, bei Nierenkrebs. Zu diesen Krebsarten hat es auch in Tierversuchen vielversprechende Hinweise gegeben.

Wie läuft der Tierversuch zum Wirksamkeitsnachweis ab?

In diesem Versuch arbeiten die Forscher mit Mäusen. Um das Krebsmedikament zu testen, werden den Tieren Krebszellen injiziert, die bei Patienten Tumore hervorgerufen haben. Für bestimmte Tumorarten werden auch kleine Fragmente (3x3 mm) eines soliden Tumors unter die Haut transplantiert. In Abhängigkeit von den eingesetzten Krebsarten entwickeln sich innerhalb von 10 bis 60 Tagen gut nachweisbare Tumoren in den Mäusen.

Bei dem Versuch bleiben fünf Mäuse unbehandelt (die so genannte Kontrollgruppe), vier weitere Gruppen von fünf bis zu zehn Mäusen bekommen das Medikament in jeweils unterschiedlicher Dosierung. Diese Zahl an Tieren genügt bei den meisten Tumorarten bereits, um statistisch aussagekräftige Daten zu erhalten. Durch den Versuch lässt sich herausfinden, in welcher Dosierung das Medikament eine gute Wirksamkeit besitzt, d.h. das Wachstum des Tumors signifikant verringert.

Die Informationen von Versuchen mit unterschiedlichen Krebszellen, die Tumore in verschiedenen Organen hervorrufen, werden in einem Datenblatt („Investigator’s Brochure“) zusammen getragen. Das wiederum dient – neben Ergebnissen aus anderen Untersuchungen – als Grundlage für die infoklinischen Versuche. Ohne diese Daten dürfte dieser nächste Schritt in der Medikamenten-Entwicklung, bei dem der Wirkstoff erstmals Menschen verabreicht wird, nicht erfolgen.

Was passiert nach dem Versuch mit den Mäusen?

Die Mäuse werden in Abhängigkeit von den eingesetzten Tumortypen bis zu 8 Wochen beobachtet, wobei täglich kontrolliert wird, wie groß der Tumor ist und wie das Befinden der Mäuse ist. Es sind vorher klare Kriterien festgelegt worden, wann ein Tier aus dem Versuch genommen werden muss. Der Krankheitsverlauf der Tiere, die den zu testenden Wirkstoff erhielten, wird eingehend beobachtet. In den Gruppen, in denen Nexavar wirkt, ist das Tumorwachstum deutlich verlangsamt und das Gesamtbefinden der Mäuse ist besser. Es ist unvermeidlich, die Mäuse aus allen Gruppe nach Ablauf des Tierversuchs einzuschläfern da nicht nur das Tumorgewicht und seine Größe genau bestimmt werden muss, sondern auch die den Tumor mit Nährstoffen versorgenden Blutgefäße untersucht werden. In weiteren Studien – z.B. den infoToxikologiestudien – in denen die Tiere nur mit dem Wirkstoff behandelt wurden, untersuchen die Wissenschaftler die Organe der Tiere sehr genau – mit dem Ziel, mögliche unerwünschte Wirkungen zu erkennen. Nur wenn die Unbedenklichkeit des Wirkstoffes im infoTierversuch in Relation zu seiner Wirksamkeit zweifelsfrei erwiesen ist, kann die infoklinische Testphase beginnen.

Kann die Wirkung nicht auch im Reagenzglas erforscht werden?

Vielfach herrscht die Überzeugung, die Wirkung solcher Substanzen lasse sich auch im Reagenzglas erforschen. Doch das ist leider nur zum Teil möglich. Der Grund: Die Entwicklung eines Tumors in einem lebenden Organismus kann nicht mit dem Wachstum von Tumorzellen in einem Reagenzglas nachgestellt werden. Nur durch infoTierversuche lässt sich beispielsweise herausfinden, ob der Wirkstoff auch tatsächlich einen Tumor erreicht oder ob im Falle von Nexavar auch die Bildung der versorgenden Blutgefäße beeinflusst wird. Der Wirkstoff muss aber das Zielorgan und den Tumor erreichen, um dort überhaupt wirken zu können und später vielen Krebspatienten ein längeres Überleben zu ermöglichen.
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Letzte Änderung: 23. Februar 2016

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