Tierversuche für Pflanzenschutzmittel

Warum sind Pflanzenschutzmittel überhaupt nötig?

Ohne Pflanzenschutzmittel wären 970 Millionen Hektar zusätzlich nötig, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren – dies entspricht mehr als der Hälfte des Staatsgebiets der USA.

Selbst mit Pflanzenschutzmitteln gehen 40 Prozent der jährlichen Ernte durch Unkraut, Insekten und Krankheiten verloren.

Ohne Fungizide, die die Pflanzen vor Krankheiten schützen, würden die Erträge im Obst- und Gemüseanbau größtenteils um 50 bis 95 Prozent zurückgehen.

Warum braucht die Landwirtschaft Innovationen?

Landwirte sind auf Innovationen angewiesen, um mit weniger Ressourcen (Land, Kraftstoffe, Düngemittel) mehr produzieren zu können. Nur so können sie den weltweiten Bedarf decken.

Globale Trends wie das Bevölkerungswachstum, steigende Einkommen in den Schwellenländern, veränderte Ernährungsgewohnheiten, zunehmende Wetterkapriolen und der Klimawandel schrauben die Anforderungen immer höher.

Wir nehmen diese Entwicklung sehr ernst. Deshalb investieren wir rund eine Milliarde Euro pro Jahr und setzen 5.500 Forscher darauf an, die dringendsten Herausforderungen für die Landwirtschaft zu meistern.

Wie sorgt Bayer dafür, dass Pflanzenschutzmittel unbedenklich für den Menschen sind?

Alle zugelassenen Produkte sind bei sachgemäßer Anwendung entsprechend den Herstellervorgaben sicher für Mensch und Umwelt.
Pflanzenschutzmittel zählen zu den am intensivsten getesteten Chemikalien. Bevor ein Mittel auf den Markt kommt, wird es in der Regel 10 Jahre lang getestet und die Ergebnisse werden von unabhängigen staatlichen Stellen in aller Welt eingehend geprüft.
Pflanzenschutzmittel helfen sichere, gesunde und bezahlbare Lebensmittel zu produzieren.

Entwicklungskosten und -dauer eines Pflanzenschutzmittels:

  • 10–14 Jahre
  • 250 Millionen Euro


Für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gelten strenge Regeln

Pflanzenschutzmittel zählen zu den am gründlichsten getesteten Produkten weltweit. Bevor sie auf dem Feld zum Einsatz kommen, werden sie strengen Testverfahren und einer unabhängigen Prüfung der Daten durch staatliche Stellen unterzogen.

Die Sicherheitsprüfung der US-Umweltschutzbehörde EPA verlangt mehr als 100 toxikologische und ökologische Untersuchungen, um bei sachgemäßer Anwendung unzumutbare Risiken für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt auszuschließen.

Crop Science hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Landwirten innovative und sichere Pflanzenschutzlösungen zu bieten. Daher muss es das Ziel sein, Pflanzen vor Ernteschäden durch Unkräuter, Insekten und Pilze zu schützen und – sollte dies nicht möglich sein – so schnell wie möglich zu behandeln, wenn ein Befall auf dem Acker oder an den Pflanzen festgestellt wird.

Aber egal wie wirksam ein potentielles Pflanzenschutzmittel zur Sicherung der Ernte ist: die Unbedenklichkeit für den Menschen steht an erster Stelle.

Die Identifizierung und Auswahl wirksamer Herbizide, Insektizide und Fungizide erfolgt direkt am Unkraut und an den Pflanzen, die von schädlichen Insekten und Krankheitserregern befallen sind. Die Pflanzenschutzmittel entfalten ihre Wirkung, indem sie in biochemische Prozesse der Unkräuter, Insekten oder Pilze eingreifen.

Nachdem die Wirksamkeit festgestellt wurde, steht die Unbedenklichkeit der neuen Kandidaten für den Menschen an oberster Stelle: Damit ist die Sicherheit für die Mitarbeiter in der Produktion und die Anwender in der Landwirtschaft gemeint, aber auch die Unbedenklichkeit für den Verbraucher, der mit Rückständen oder Abbauprodukten in seiner täglichen Nahrung und in der Umwelt in Kontakt kommen kann.

Tierversuche für die Bayer-Division Crop Science

Bevor ein Pflanzenschutzmittel von Bayer eingesetzt werden kann, muss es erst in Tierversuchen erprobt werden. Erfahren Sie, warum Tierversuche nötig sind, um die Unbedenklichkeit neuer Produkte für Mensch und Umwelt sicherzustellen.

Welche Rolle spielen Tierversuche?

Die Sicherheit von Pflanzenschutzmitteln wird in verschiedenen toxikologischen Untersuchungen geprüft, bei denen Tiere (vor allem Ratten und Mäuse) zum Einsatz kommen. Die meisten dieser Versuche sind vom Gesetzgeber für die Marktzulassung vorgeschrieben.

Heutzutage werden anstelle von Tierversuchen verstärkt Untersuchungen mithilfe von Bioinformatik und In-vitro-Modellen herangezogen, um erste Erkenntnisse über die neu entwickelten Moleküle zu gewinnen. Mit diesen modernen Hilfsmitteln lässt sich auch ohne den Einsatz von Tieren eine große Anzahl von Substanzen testen und eine beträchtliche Datenmenge gewinnen. Substanzen, bei denen unerwünschte Eigenschaften festgestellt werden, werden auf diese Weise bereits aussortiert, bevor sie überhaupt in Tierversuchen getestet werden. Dadurch sind weniger Versuchstiere nötig.

Nur Substanzen mit einem vorteilhaften Sicherheitsprofil werden einer Vielzahl von Toxizitätsprüfungen unterzogen, vor allem an Ratten und Mäusen (allgemeine Toxizität, Reproduktionstoxizität und Kanzerogenität). Diese sind notwendig, um derartige Nebenwirkungen des Wirkstoffs auszuschließen. Solche Tierversuche sind gesetzlich vorgeschrieben, bevor eine Substanz in einem Land zugelassen wird, und zudem unverzichtbar, weil es – anders als bei Medikamenten – nicht möglich ist, Menschen in klinischen Studien Pflanzenschutzmittel direkt zu verabreichen.