Tierversuche im Dienst der Tiergesundheit

Tierversuche liefern wichtige Erkenntnisse über Produkte, die die Gesundheit der Tiere an unserer Seite schützen und erhalten. Bei den Forschungen zur Entwicklung eines Floh- und Zeckenhalsbands, das Tiere vor Krankheitserregern schützt, die durch Parasiten übertragen werden, waren auch Hunde und Katzen eingebunden, und ein neuartiges Medikament zur Prophylaxe von Atemwegserkrankungen bei Kühen wurde an Rindern getestet. Beides hätte ohne Tierversuche nicht entwickelt werden können.

Das Floh- und Zeckenhalsband

Was sind Vektor-übertragene Infektionskrankheiten?

„Vektor-übertragene Erkrankung“ ist ein Fachbegriff für eine Krankheit, die etwa von Spinnen oder Insekten wie Flöhen oder Zecken übertragen werden kann. Tiere können vor solchen Erkrankungen geschützt werden, wenn verhindert wird, dass ein Gliederfüßler, der Erreger in sich trägt – ein sogenannter Vektor –, das Haustier beißt. Das Floh- und Zeckenhalsband für Hunde und Katzen setzt langsam und andauernd seine beiden aktiven Wirkstoffe – Imidacloprid und Flumethrin – frei, die Flöhe oder Zecken entfernen, ehe sie das Haustier beißen können.

Welche Rolle haben Tierversuche bei der Entwicklung gespielt?

Es wurden verschiedene Versuchsreihen an Hunden und Katzen entwickelt, bei denen die Versuchstiere in regelmäßigen Abständen dem Befall von erregertragenden Zecken, Flöhen oder Sandmücken ausgesetzt waren. Die eine Hälfte der Versuchstiere wurde durch das medizinische Halsband geschützt, die andere Hälfte – die Kontrollgruppe – blieb ungeschützt. Nach einer entsprechenden Inkubationszeit wurden Blut- und Gewebeproben entnommen, um nach Anzeichen der übertragenen Erkrankung zu suchen. Sobald ungeschützte Tiere Anzeichen einer Erkrankung zeigten, wurden sie umgehend behandelt und aus der Studie genommen.

Am Ende der Studie wurden gesunde Versuchskatzen und -hunde nach gründlicher tierärztlicher Untersuchung durch ein Adoptionsprogramm an private Tierhalter vermittelt.

Ergebnis und Ausblick

Die Studie erbrachte bemerkenswerte Ergebnisse: Die Floh- und Zeckenhalsbänder schützten ihre Träger vor Vektor-übertragenen Krankheiten besser als jedes andere Verfahren.

Prophylaxe gegen den Komplex der Atemwegs­erkrankungen beim Rind

Was ist Bovine Respiratory Disease (BRD)?

Der Komplex der Atemwegserkrankungen beim Rind (englisch: bovine respiratory disease), oft auch „Shipping Fever“ genannt bei Rindern, kann die unteren wie die oberen Atemwege bei Kälbern, Kühen und Rindern befallen. Er hat ernste Auswirkungen auf die Tiergesundheit wie auch ökonomische Folgen.

Stressfaktoren wie der Transport oder schlechte Wetterverhältnisse können die Ausschüttung des Hormons Cortisol auslösen, was die Immunreaktion des Tieres beeinträchtigen und so die Abwehrkräfte gegen Infektionen schwächen kann. Bayer hat einen das Immunsystem anregenden Wirkstoff entwickelt, der vierundzwanzig Stunden vor einem Stress auslösenden Ereignis verabreicht wird und eine schnelle und breitgefächerte Reaktion auf Erreger in Gang setzt.

Welche Rolle haben Tierversuche bei der Entwicklung gespielt?

Um die Wirksamkeit dieses neuen Präparats zur Anregung des Immunsystems zu erforschen, wurden gesunde drei- bis vier Monate alte Rinder nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen zu ca. 32 Tieren eingeteilt. Dann wurde ihnen gleichzeitig das Bakterium Mannheimia haemolytica und eine intramuskuläre Injektion des Bayer-Medikaments oder eines Placebos verabreicht. Anschließend wurden die Rinder über einen Zeitraum von fünf Tagen klinisch untersucht. Nach Ablauf der fünf Tage wurden die Tiere eingeschläfert. Beschädigtes Lungengewebe, bzgl. des Ausmaßes der bakteriell verursachten Schädigung untersucht.

Entscheidend war, die Studie an Rindern durchzuführen. Da Tiere über enorm komplexe Immunsysteme verfügen, war es nicht möglich, durch alternative Methoden oder auch anhand anderer Tierarten die Wirkung einer Behandlung vorauszubestimmen.

Ergebnis und Ausblick

Die Ergebnisse waren überzeugend: Schädigungen des Lungengewebes konnten ohne weitere Behandlung oder Vorsorgemaßnahmen von 12,1% auf 6,3% verringert werden, obschon die Behandlung gleichzeitig mit der bakteriellen Infektion stattfand. Diese Studie konnte nachweisen, dass das Bayer-Produkt ein wichtiges Werkzeug für Tierärzte und Landwirte beim Kampf gegen den Komplex der Atemwegserkrankungen beim Rind sein kann.